2011 Ein Klon, Ein Klon, Ein Klon, Ein Klon …

Samael Falkner / erschienen auf „HAWK“

Ein Klon, Ein Klon, Ein Klon, Ein Klon …

Klonen ist Zukunfts- , Sehnsuchts- und auch Allmachtsfantasie, Horroszenario und Wunschtraum. Was früher das Hoffen aufs ewige Leben war ist mit dem Ankommen der neuen Wissenschaften zum Klon geworden. Dabei bewegt sich jeder, der das Thema anschneidet unwillkürlich zwischen Menschen-und Tierrechten, Forschungsfakten und Psychologie. Warum klonen, wenn es die natürliche Vervielfältigungsmöglicheit des Nachwuchses gibt? Aber rund um das Klonen gibt es mehrere wissenschaftliche Gebiete, so zum Beispiel die Technik des „Embryosplitting“*. Was wissen die meisten Befürworter und Gegner über die Thematik?

Ein Klon ist die exakte Kopie eines Individuums. In der Natur kommen Klone vor, nämlich in Form von eineiigen Zwillingen bzw. Drillingen, Vierlingen ect. – sie sind extrem rar und sie teilen alle biologischen Gegebenheiten. Oft entwickeln sich Zwillinge absolut identisch. Sie ernähren sich gleich, tragen die gleiche Kleidung, schlagen den gleichen Berufsweg ein – und oft geschieht dies auch nicht und nur der körperliche Zustand gleicht sich. So trägt ein Klon auch immer die Anlagen zu Krankheiten in sich, die das „Original“ besitzt.

Es gibt Gründe, wieso Menschen etwas oder jemanden klonen wollen.

In der Landwirtschaft ist das der reine Ertragsfaktor. Die Menschen haben sich im Supermarkt dran gewöhnt, wie eine Gurke und eine Melone auszusehen haben, also muss man die Samen der Pflanzen klonen, um exakt dieses Produkt zu erhalten. Wenn man das denn möchte.

Menschliche Embryonen werden geklont oder sollen es zumindest werden, wenn zum Beispiel Organe benötigt werden und kein passender Spender gefunden wird. Aber dieser Gedanke führt weiter, wenn die Eltern sich einfach selbst geklont sehen wollen und ein Klonkind aufziehen.

Tierische Klone haben sich zum Wunschtraum der Haustierhalter entwickelt. Dem ganzen kann eigentlich nur eine irrationale Verlustangst zugrunde liegen. Natürlich sind 15 Jahre mit dem Haustier eine lange Zeit aber es darf bezweifelt werden ob ein identisch aussehendes Tier den tierischen Mitbewohner ersetzt.

Mittlerweile ist klar geworden, dass es so einfach nicht ist, auch nicht für viel Geld, Haustiere und erst recht Menschen zu klonen. Und die moralische Verwirrung ist groß – was ist denn nun vertretbar und was nicht?

So lief es mit Tieren:

„Der Businessplan klang einleuchtend: Wenn man zum Preis von tausend Dollar vorsorglich auch nur die Zellen eines Zehntel Prozents aller amerikanischen Hunde einfrieren würde, wäre das allein schon ein Umsatz von fünfzig Millionen Dollar pro Jahr. Später, wenn die Technik dazu reif wäre, könnte man mit dem Klonen des gelagerten Zellmaterials in Serie gehen und den Preis nach und nach von 2,5 Millionen auf 250.000 Dollar pro geklontes Tier senken. Mit weiteren Preisnachlässen von fünfzig Prozent pro Jahr. Irgendwann sei ein lukrativer Börsengang die logische Folge. Es gab nur einen Haken: Das Einzige, was man vorweisen konnte, war eine Hundefehlgeburt.“
Bei Katzen hingegen stellten sich Farbgebungen ein, die mit dem „Original“ nichts mehr gemein hatten, man erhielt Klone, die keine waren.

Und so mit Menschen:

„In der Tat weiß aber niemand genau, wie weit die Versuche zur Erzeugung eines geklonten menschlichen Babys schon vorangeschritten sind. Im April 2002 bemerkte der Italiener Dr. Severino Antinori einem Reporter gegenüber ganz beiläufig, dass bereits 3 Frauen mit einem geklonten Embryo schwanger seien. Seitdem hat er sich nicht mehr im Rampenlicht der Öffentlichkeit gezeigt; seinen Kommentar hat er weder bestätigt noch zurückgenommen. Selbst wenn seine Behauptung nicht der Wahrheit entsprach oder der Versuch fehlgeschlagen ist, klingt es zumindest so, als habe er vor, in der nächsten Zukunft ein menschliches Kind zu klonen.

Ärzte und Wissenschaftler halten die Risiken des Klonens von Menschen für sehr hoch.“

„Die meisten veröffentlichten Forschungsarbeiten machen deutlich, dass der Tod oder die Verstümmelung des Klons die wahrscheinlichsten Ergebnisse des Klonens eines Säugetieres sind“
(John Kilner)

Darum ist man sich heute zum großen Teil einig, dass das Klonen von Menschen moralisch nicht vertretbar ist, aber wird es trotzdem zur gängigen Praxis werden?

Anhänger von Science-Fiction und Horrorszenario sehen seit Jahrzehnten den Klonsoldaten bereits vor sich. Den Supermenschen, der aus den „besten“ gekreuzt und dann „gezüchtet“ wird, um für die Armeen der Welt in den Krieg zu ziehen. Verschwörungstheoretiker sehen sich immer und immer wieder bestätigt, dass es den Supersoldier bereits gibt.

„„Jared“ ist das Pseudonym eines 59-jährigen Vietnamveteranen, der behauptet, für „Schwarze Operationen“ des MK-Ultra-Mind Control-Projektes rekrutiert worden zu sein. Sein Eintritt in die Luftwaffe erfolgte im Jahre 1964. Das Ziel dieses Programmes bestand in der Schaffung eines Supersoldaten mit computerähnlichem Bewusstsein, photographischem Gedächtnis und erhöhten spirituellen Fähigkeiten. Er glaubt eine Art Prototyp zu sein, dem eine „Superkrieger-Persönlichkeit“ eine einer speziellen Prozedur „eingesetzt“ wurde. Diese Wesenheit wurde von „Jared“ als „David“ bezeichnet, der unabhängig von Jared arbeitet und so programmiert wurde, das er Missionen der Geheimen Regierung ausführte. Aus persönlichen Gründen nennt Jared nicht seinen wahren Namen und legt nur einen kleinen Teil seines Profiles offen. Er lebt im Mittleren Westen und führt ein bürgerliches Leben mit Kindern und Enkelkindern. Sein Erscheinen ist nicht außergewöhnlich, niemand würde erraten, das es sich um einen „Superwarrior“ =“Superkrieger“ handelt. Der Autor des Artikels, Eve Lorgen, hält Jared für glaubhaft, auch wenn seine Missionen im tiefen Weltraum hervorragend für die Stargate-Serien geeignet wären. „

Natürlich ist diese Quelle vermutlich so glaubwürdig wie jede Verschwörungssammlung, die Debatte jedoch erstreckt sich mittlerweile in alle Lebensbereiche. Moderne medizinische Forschung ist heute zum Beispiel am besten mit Stammzellen durchzuführen. Stammzellen wiederum werden von Embryonen gewonnen, die noch nicht lebensfähig sind. Durch diese Stammzellen kann weit genug geforscht werden, um Menschen zu helfen – aber auch weit genug, um zu schaden.

„Derzeit gelingt es in Versuchen an Ratten, Gehirntumore durch die Injektion von adulten Stammzellen zu behandeln. Wissenschaftler der Harvard University haben die Zellen gentechnisch so verändert, dass sie eine andere, gleichzeitig injizierte Substanz in einen Krebszellen tötenden Stoff umwandeln. Die Größe der Tumore konnte um 80 Prozent reduziert werden.

Stammzellen scheinen außerdem in der Lage zu sein, Zellen, die durch einen Herzinfarkt geschädigt wurden, zu erneuern. An der Columbia-Presbyterian University ist es gelungen, die Herzfunktion nach einem Infarkt bei Mäusen durch die Injektion von Knochenmark-Stammzellen um 33 Prozent zu verbessern.“

Die Hauptdebatte lautet hierbei: Wenn der Embryo sich doch zum Menschen entwickelt hätte, ist es dann schon Mord, ihn für die Forschung – und das Klonen – zu nutzen?

Forscher gehen jedoch auf vielen Gebieten genau einen Schritt zu weit – der dann moralisch auch nicht mehr gerechtfertigt werden kann – so zum Beispiel in der Forschung mit Interspezies-Embryonen.

„Panayiotis M. Zavos, der schon mehrfach erklärte, Experimente durchzuführen, um Menschen zu reproduktiven Zwecken klonen, wird am Montag 13. Oktober seine Experimente mit Interspezies-Embryonen vorstellen. Er besorgte Rindereizellen in Schlachthäusern, entkernte sie und fusionierte sie mit menschlichen Granulosazellen. Die vorgestellte Technik soll dazu dienen, die für die Produktion von rein menschlichen geklonten Embryonen geeignetsten Somazellen herauszufinden. In diesem Sinne dient die Technik Zavos als Bioassay.“

Klonen ist für die meisten Menschen eine Gewissensfrage, die sie meist mit Nein beantworten. Dabei ernähren sich die wenigsten bewusst genug, um genmanipuliertes Fleisch und Gemüse von ihrem Teller zu verbannen. Nur bei Menschen sind sich die meisten einig, eigentlich absurd.

Ist das alles, was man über das Klonen wissen sollte? Faktisch ja, theoretisch nein. Interessenten bieten um die 63 tausend Euro, um ihren Hund klonen zu lassen. Da bleibt eine wichtige Frage offen: Wieso kann sich der Mensch von Natur aus so schwer mit Naturgegebenheiten und dem Verlust von Mitmenschen und -tieren abfinden? In diesem Bereich hat sich seit den frühesten Anfängen der Menschheit nichts geändert. Die einen glauben an das ewige Leben, die anderen an das Leben nach dem Tod und die dritten wollen sich und andere immer wieder geboren sehen, indem sie klonen. Ein und der gleiche Glaube: Ich bin als Individuum zu wichtig, um der Welt verloren zu gehen. Wirklich?

* Um es aufzuklären. Embryosplitting nennt man eine Technik mit der man beim Klonen eine Eizelle zerteilt, um identische Zwillinge zu erhalten. Dies gilt nicht als sonderlich sicher, da sich Zellen oft von allein wieder zusammen fügen, dabei ganz absterben oder Erbinformation verloren geht und so missgebildete Klone entstehen.