21.04.2010 Interview Francis Kinder

21.04.2010 Interview Francis Kinder
Samael Falkner / Erschienen auf Litheart.de

Vor einigen Tagen haben wir euch eine der Fotoserien Francis Kinders präsentiert. Nun haben wir Francis einmal zu ihren Bildern, ihrer Kunst und anderem Kreativen zu Wort kommen lassen!

SF: Liebe Francis, du hast uns vor einigen Tagen mit einer deiner Fotoserien beehrt, nun möchten wir natürlich wissen, was dahinter steckt.Zuerst einmal zu dir, du fotografierst ja nicht nur sondern betätigst dich auch sonst in jeder Hinsicht kreativ, was genau machst du?

FK: Ich betätige mich in vielerlei Hinsicht kreativ, das fängt schon an wenn ich mir morgens ‚kreativ‘ die Zähne putze in dem ich dabei auf einen Bein durch die Bude hüpfe nur um zu sehen, wie lange ich es durchhalte ohne um zu fallen. Des Weiteren bin ich leidenschaftliche Malerin. Der übliche ‚Kram‘ interessiert mich natürlich auch, so bastele ich mir ab und zu eine Plastik aus Gips und Draht, forme Fratzen in Ton wie Messerschmidt und kritzele auf Großformaten mit Copics rum.

SF: Wenn ich jetzt das Wort Künstlervorbilder in den Raum stelle – wer fiele dir da im Bezug auf deine Arbeit spontan ein?

FK: Gottfried Helnwein, mein absolutes Vorbild. Nicht nur im Bezug seiner Themen, welche sich hauptsächlich auf Gewalt, Krieg, Schmerz und das Kind beziehen. Sondern auch die majestätische, diese fotorealistische, nein HYPER-fotorealistische malerische Umsetzung. Mein eigener Versuch gilt der realistischen Umsetzung, dafür arbeite ich sehr lange an meinen Malereien.

SF: Würdest du dich auf einem kreativen Gebiet bereits als professionell bezeichnen?

FK: Nein, auf keinen Fall. Kunst ist ein kreativer Prozess, man lernt nie aus. Meister kann man erst nach dem Tode sein, dann kann man nichts mehr dazu lernen. Kunst lebt von einer ewigen, nie endenden Entwicklung.

SF: Was hat es denn nun mit der speziellen Fotoserie auf sich, was steckt hinter dem verletzten Jungen? Gibt es dazu eine Geschichte?

FK: Eigentlich nicht, die Idee entstand in einer langweiligen Busfahrt Richtung Schule. Irgendwann fragte ich einen guten Freund aus der Nachbarschaft und entführte ihn in diese verlassene Scheune eines befreundeten Fotografen – und knipste, nach seiner Verschönerung, einfach drauf los. Es steckte also kein Gedanke dahinter, es sollte einfach nur ästhetisch sein, egal in welcher Hinsicht.

SF: Was fotografierst du für gewöhnlich, würdest du wieder bei uns veröffentlichen?

FK: Für gewöhnlich fotografiere ich Absurditäten, dass Groteske und Ausgefallene. Wer nicht passt, wird passend gemacht. Ich quetsche meine Modelle einfach in meine ‚kranke‘ Fantasie, bis eine Fotografie nach meiner Vorstellung entsteht. Dabei helfe ich auch mit Photoshop nach, da habe ich keinerlei Skrupel. Meine Bilder haben was aus einer Art Horrorgame und Gebrüder Grimm Story für Erwachsene. Und – Warum nicht? Schließlich bin ich auch auf Feedback aus.

SF: Danke dir für das kurze Interview!

Mehr zu Francis gibt’s auch auf Myspace.