2012 Was wurde eigentlich aus Afrika?

„Was wurde eigentlich aus Afrika?“

Samael Falkner / Erschienen auf „HAWK“ 2012

Wer jetzt fragt „Wieso, war da was?“, hat die Problemthematik schon ganz gut erfasst, ohne sich des Problems bewusst zu sein, das er da gerade angesprochen hat. Ja was ist denn mit Afrika? Da war doch mal was, oder? „Man wirft Lebensmittel nicht weg, die armen Kinder in Afrika würden sich darüber freuen!“. Würden sie vermutlich, wenn Nahrung ihr einziges Problem wäre. Die Probleme des Kontinents sind nämlich in den Medien irgendwann einmal als unwichtig untergegangen.

Derzeit toben in 10 größeren afrikanischen Ländern Bürgerkriege. In 5-6 Ländern leben die Menschen mit unter einem Euro am Tag. In 2-3 Ländern rotten weitreichende AIDS-Epidemien Millionen Menschen aus.

Das Problem ist zuerst einmal, dass diese Konflikte von der Öffentlichkeit nicht mehr als wichtig betrachtet werden. Aber noch ein Stück höher knüpft hier an, dass wir sogar Profite daraus schlagen. Denn „dort unten“ werden die Mineralien abgebaut, die der Westler benötigt, um sich einmal im Jahr den neuen PC und 2 bis 3-mal das neue Handy oder PDA zuzulegen. Da sind die Blutdiamanten aus Sierra Leone schon eher bekannt, auch eines der durch Bürgerkriege erschütterten Länder.

Hollywood hat uns ja glaubhaft erklärt, worum es da eigentlich geht, aber interessiert hat das auch niemanden. Logisch, denn Hollywood kann auch mit Hitler schon lange niemanden mehr hinterm Ofen vor locken.

Während der Angriffe zwischen Israel und Palästina vor kurzem haben nachweislich über 1500 Journalisten im Dauertakt live berichtet. Aus Afrika hört man nie etwas. Doch, eigentlich schon, aber das sind ja dann schon wieder die muslimischen Länder im Norden, aus denen ja alles Böse der Welt stammt. Denn eigentlich müssen wir uns ja über eventuelle Bedrohungen durch vielleicht vorhandene Religionsfanatiker viel mehr Sorgen machen, als um ein paar Millionen Zivilopfer – oder?